Musikfest Fremd bin ich…

NACH(T)KONZERT

The Immigrant (USA 1917; Charlie Chaplin)

Samstag 16. September 2017
21:30, Mozart Saal
Charlie Chaplin: The ImmigrantCharlie Chaplin: The Immigrant © Roy Export Archives

Stummfilm mit neuer Filmmusik von Uwe Dierksen

Eintritt frei
Dauer: ca. 30 Minuten

In spannungsvollem Kontrast zu dem gedankenreichen Abend des 16. Septembers – mit dem Gespräch „Flucht und Trauma“ um 17.30 Uhr und dem Konzert „Doch bin ich nirgend, ach! zu haus“ um 19.00 Uhr – steht der Ausklang mit Charlie Chaplin, der sich mit Slapstick dem Thema Migration widmet. „The Immigrant“ heißt seine Komödie von 1917. Sie setzt bitter­komisch den beschwerlichen Weg von Europa nach Amerika und das hindernisreiche Ankommen in der Neuen Welt in Szene. Uwe Dierksen – Posaunist und Mitglied des Ensemble Modern – hat für das Werk der Stummfilm-­Ära ein modernes Klanggewand geschneidert, das hier als neue Tonspur des Films erklingt.

Ermöglicht durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain im Rahmen des Schwerpunktthemas „Transit“

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EIN LIVE-HÖRSPIEL VON UWE DIERKSEN UND MATTHIAS GÖRITZ. NACH MOTIVEN VON WILLIAM BOURROUGHS UND MARK STRAND

Irres Licht besticht allein schon durch seine Interpreten. Christian Brückner, berühmteste Stimme der Republik, dessen Lesungen regelmäßig das Publikum der Ruhrfestspiele in Scharen locken, Franziska Junge, Protagonistin am Frankfurter Schauspiel, und Judith Rosmair, 2007 zur Schauspielerin des Jahres gewählt.
Die Dichte und suggestive Kraft der Sprache verraten noch, dass diese Reise ins Innere als Hörspiel begann. In einer losen Kette assoziativer Bilder erinnert sich ein alter Mann an sein Leben, an das reale und an das nie gelebte, das quälend durch seine Vorstellungen geistert. Wie in einem Reigen klingen all die Motive an, die unser Dasein bestimmen: Liebe und ihr Scheitern, Euphorie und Selbsthass, Sehnsucht nach sprachlosem Glück und dazwischen immer wieder der nüchterne Blick auf den eigenen Körper und dessen Zerfall. Weibliche Stimmen mischen sich ein – die Geliebte, die Tochter. Die Nabelschau ist beendet, ein leidenschaftlicher Disput setzt ein.